Dem Österreichischen Seniorenrat obliegt die gesetzliche Interessenvertretung von über 2,3 Millionen Seniorinnen und Senioren in Österreich.

Alle Nominierungen und Preisträger der "Senioren-Rose" und "Senioren-Nessel" 2017

RN2017 © Parlamentsdirektion / Thomas Topf

    Am 20. März 2018 fand auf Einladung von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, des Österreichischen Seniorenrates und des Österreichischen Journalisten Clubs die Preisvergabe der Medienpreise "Senioren-Rose" und "Senioren-Nessel" für das Jahr 2017 statt.

    Der Präsident des Nationalrates, Wolfgang Sobotka, begrüßte rund 200 Gäste im Großen Redoutensaal, dem Ausweichquartier des Parlaments zur Verleihung dieser Medienpreise, die heuer bereits das neunte Mal vergeben wurden.

    Die Präsidentin des Österreichischen Seniorenrates und Seniorenbundes LAbg. Ingrid Korosec sagte zur Verleihung der Medienpreise Senioren-Rose & Senioren-Nessel: „Die heute zu vergebenen Preise tragen hoffentlich auch dazu bei, die Anzahl der zu vergebenden Nesseln weiter zu reduzieren. Erstmals muss seit Bestehen dieser Medienpreise in der Kategorie Journalismus keine Nessel mehr vergeben werden, eine Entwicklung über die ich mich sehr freue. Mit diesen Preisen wollen wir aber auch erreichen, dass in Zukunft noch wirklichkeitsnaher und faktenbasierter über die ältere Generation berichtet wird als bisher. Klischees und Stereotypen müssen endgültig der Vergangenheit angehören, dafür darf in der heutigen Zeit einfach kein Platz mehr sein. Für diesen notwendigen Bewusstseinswandel werden wir weiter kämpfen, damit in Zukunft nur noch Fakten statt Fake News in der Berichterstattung zählen.

    Seniorenrats- und Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha musste sich entschuldigen und konnte sein Eröffnungs-Statement leider nicht persönlich halten. Er übermittelte ein Statement, aus dem hervorgeht, dass die Darstellung der älteren Generation noch immer ein Thema ist, bei dem es unter den Medienmachern, Fotografen und Werbern große Auffassungsunterschiede darüber gibt, wie diese Generation darzustellen und anzusprechen ist. Allzu oft kommen dabei - immer noch - unangebrachte Stereotype zum Einsatz, die ältere Menschen diskriminieren, beleidigen oder diffamieren. Dies alles entspricht in keinster Weise dem Selbstbild einer neuen Generation von älteren Menschen. Senioren-Rosen erhalten daher nur jene, die sich Gedanken gemacht, die recherchiert, die sich umgeschaut und die sich getraut haben, dem Jugendkult und der Oberflächlichkeit zu widerstehen.

    Der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC), Fred Turnheim, ging in seinem Eröffnungsstatement auf die Notwendigkeit und Finanzierung von freiem Journalismus ein. Doch im Zeitalter der Globalisierung unterwirft die Weltwirtschaft auch den Journalismus den Regeln ökonomischer Effizienz. Nicht nur Billigjournalismus, sondern auch die Angriffe und Diffamierungen aus bestimmten politischen Lagern und Wörter wie „Lügenpresse“ und „Fake News“ sowie die Überlegungen zur Zerschlagung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks schaden dem freiem Journalismus massiv. Auch die gemeinsam mit dem Österreichischen Seniorenrat vergebenen Medienpreise haben viel damit zu tun. Geht es doch auch hier um die journalistisch korrekte Darstellung der bedeutenden gesellschaftlichen Gruppe der Älteren, die gerne an den Rand gedrängt wird.

    Der Jury gehörten unter dem Vorsitz von Präsident Prof. Fred Turnheim an: Dr. Irmgard Bayer, Dr. Harald Glatz, Mag.a Christiane Laszlo, Prof. Oswald Klotz, Wolfgang Müller, MA, MSC., Dr.in Elisabeth Pittermann, GS-Stv. Mag. Michael Schleifer, Harald Vaca und GS Andreas Wohlmuth.

    Die Moderatorin Heilwig Pfanzelter führte durch den Abend. Die Jury hatte im Vorfeld bestimmt, dass Dr. Irmgard Bayer und GS Andreas Wohlmuth die heurigen Laudationes halten werden.

    Zu den Preisen:

    Senioren-Rose in der Kategorie Journalismus

    Es gab drei Nominierungen:

    1. Wolfgang Paterno und Eva Walisch vom Profil für „Vor dem Sterben fürchte ich mich nicht“ erschienenen am 12. Juni 2017. In zehn Interviews kommen Menschen zu Wort, die das Alter von 100 Jahren und mehr erreicht haben. Gefragt wurden diese beispielsweise, worauf es ankommt im Leben, ob sie noch Ziele und Pläne haben und wie das Geheimnis für ein langes Leben lautet. Diese Dokumentation von zehn Lebensgeschichten beeindruckte auch die Jury.
    2. Als zweite Nominierung für die Senioren-Rose wurde von der Jury Daphne Hruby für den Beitrag „Vergiss mich nicht!“ für die Ö1-Sendung “Journal Panorama“ vom 12.07.2017 vorgeschlagen. Daphne Hruby dokumentiert darin, wie Angehörige, die ihre demenzkranken Familienmitglieder selbst pflegen und beispielsweise mit den Persönlichkeitsveränderungen umgehen, die die Demenz mit sich bringt.
    3. Karin Zauner beschäftigt sich in den Salzburger Nachrichten vom 02.02.2017 unter dem Titel „Keine Frage des Alters“ mit der Problematik der Arbeitslosigkeit Älterer. Vorgestellt werden darin zwei Arbeitnehmer über Mitte 50, die einen „neuen“ Job erhielten. Dabei wird festgestellt, dass für manche Chefs Alter kein Kriterium ist.

    Überreicht wurde eine Senioren-Rose in Form eines Kristallpokals und einer Urkunde an: Daphne Hruby für den Ö1-Beitrag „Vergiss mich nicht!

    Ausschlaggebend für die Jury war der tiefe Einblick in das Leben pflegender Angehöriger.

    Der Medienpreis wurde von Daphne Hruby persönlich mit großer Freude entgegengenommen. In ihren Dankesworten widmete sie ihren Preis all jenen betreuenden Angehörigen, die sie interviewen durfte und Einblick in ihr Leben gewährten.

    Senioren-Nessel in der Kategorie Journalismus

    Für das Jahr 2017 gab es seitens der Jury keine Nominierungen und somit auch keine Senioren-Nessel in der Kategorie Journalismus. Die langjährigen Bemühungen des Seniorenrates und des Journalisten Clubs haben wieder Früchte getragen.

    Senioren-Rose in der Kategorie Werbung

    Die Jury hat drei Nominierungen bestimmt, aus denen einer als Gewinner gewählt wurde.

    1. BIPA und die Werbeagentur Serviceplan haben einen Weihnachtsspot unter dem Motto „Weil ich ein Mädchen bin!“ herausgebracht. In entzückender Weise wird das Aussuchen eines Weihnachtsgeschenkes dargestellt und festgestellt, dass es Liebe ist, wenn man jemanden auch noch nach 46 Jahren Ehe zu Weihnachten überrascht.
    2. Nicht nur Werbespots wurden beurteilt, auch Printwerbung konnte eingereicht werden. Nominiert wurde daher auch Freiwillig für Wien für die Inseratenschaltung „Pensionistin zeigt Kindern wie man richtig nachschlägt“. Darin wird das ehrenamtliche Engagement einer Lesepatin für Kinder in einer Wiener Volksschule auf humorvolle Weise vorgestellt und die Leserin bzw. der Leser des Inserates gefragt, ob das nicht auch etwas für sie bzw. ihn wäre.
    3. Eine weitere Printwerbung hat es in den Kreis der Nominierten geschafft. Es ist dies die Werbung für die „Sparschiene“ der ÖBB mit einer Seniorin, die aus dem Fenster eines Zuges blickt und offensichtlich zu Recht feststellt „Ich bin 1. Klasse“.

    Die Senioren-Rose der Kategorie Werbung wurde von der Jury für den Spot von BIPA und der Werbeagentur Serviceplan vergeben.

    Der Preis wurde vom Geschäftsführer von BIPA, Dr. Michael Paterno, sowie Mag.a Claudia Baumschlager und dem Geschäftsführer der Werbeagentur Serviceplan, Johan von Gersdorff, entgegen genommen. In den Dankesworten betonte Dr. Michael Paterno, dass Lebensfreude in jedem Alter wichtig ist und dies mit den aktuellen Spots von BIPA auch zum Ausdruck gebracht werden soll.

    Senioren-Nessel in der Kategorie Werbung

    Die beiden Nominierten für die Nessel in der Kategorie Werbung waren:

    1. Die Niederösterreichische Versicherung für die Werbung auf ihrer Homepage und den Spruch: „Die staatliche Pension ist ein trockenes Brot. Um die Butter darauf haben sie sich zum Glück rechtzeitig gekümmert.“ Nominiert wurde dieser Beitrag von der Jury wegen der Suggestion einer Verknüpfung von Alter mit Armut.
    2. Du sollst immer viel Sparen“ so lautet der Titel des Werbespots der Firma XXXLutz der von der bekannten Werbeagentur Demner, Merlicek & Bergmann produziert wurde. Papa Lutz sagt darin zu seiner Mutter wortwörtlich: „Spar‘ Dir den Kommentar, sonst kommst Du ins Heim.“

    Die wenig begehrte Senioren-Nessel in der Kategorie Werbung ging an XXXLutz und Demner, Merlicek & Bergmann. In der Laudatio wurde darauf hingewiesen, dass der Spruch im Spot nach Interventionen der Seniorenorganisationen rasch herausgeschnitten wurde. Dennoch bewies kein Vertreter Sportsgeist und kam, um die Nessel entgegenzunehmen. Diese wird daher nachgereicht.

    Senioren-Rose in der Kategorie Bild

    Drei Einreichungen haben es zu einer Nominierung für die Senioren-Rose gebracht.

    1. Das Titelbild der Beilage „Wochenende“ zu den Salzburger Nachrichten vom 28.10.2017 mit dem Titel „ Wir leben noch“. Es zeigt zwei lebensfreudige ältere Herren. Der eine stößt den anderen auf einer Schaukel an und jener auf der Schaukel hebt dabei lachend seinen Stock in die Höhe. Das ist Lebensfreude.
    2. Nominiert wurden weiters die Bilder der Fotografen Erika Mayer und Marco Riebler zum Beitrag „Das Leben ist wie eine Wunderkerze“ vom 28.10. 2017 in den Salzburger Nachrichten. Drei Bilder zeigen uns ohne große Worte die Lebensrealität von älteren Frauen in der Natur, beim Lernen und beim Sport.
    3. Michael Vielhaber zeichnet für das ORF Projekt „#NewPictures“ verantwortlich. Nachdem der aktuelle Dienst des ORF für ein klischeehaftes Hintergrundbild bei einem Beitrag über Pensionskosten 2016 eine Senioren-Nessel erhielt, wurde dies zum Anlass genommen, das Archiv zu modernisieren. Ausgestrahlt wurden diese Bilder unter dem Titel „Die wirkliche Wirklichkeit – Jetzt im Archiv“ auf Informationsmonitoren des ORF.

    Die Senioren-Rose ging an Michael Vielhaber für das ORF Projekt „#NewPictures“, der den Preis persönlich entgegen nahm. Michael Vielhaber wies darauf hin, dass die Verleihung der Senioren-Nessel im Vorjahr Motivation für Verbesserungen war und der ORF auch in den Führungsebenen die Notwendigkeit von Änderungen bei den Archivbildern erkannt hat, um alle Altersgruppen in ihrer demographischen Realität darzustellen.

    Senioren-Nessel in der Kategorie Bild

    Zwei Beispiele, wie man es nicht machen sollte:

    1. Das Titelbild des Profil, Ausgabe 28/2017 zum Artikel „Wie für unsere Alten sorgen?“. Die Kritik der Jury richtet sich dabei nicht gegen den Titel oder Inhalt des Artikels, sondern gegen die vollkommen unpassende Verwendung eines Bildes von einem älteren Paar, das dem Sonnenuntergang mit Stock und Rollator entgegen schreitet.
    2. Auch Der Standard hat es in den Kreis der Nominierten geschafft. Zu einem Kommentar von Bernd Marin vom 14.4.2017, der die Nachhaltigkeit des Pensionssystems hinterfragt, druckte Der Standard ein Bild ab: Ein älteres Paar, auf einer Bank sitzend, beide aufgestützt auf einen Stock und im Hintergrund eine bröckelnden Mauer. Die Bildunterschrift beginnt mit: „Die Mauern bröckeln…“.

    Die Nessel ging an Profil. Entgegen genommen wurde diese von Wolfgang Paterno, der an sich für eine Journalisten-Rose nominiert war und zusagte, dass er die Bitte der Jury, solche Bilder künftig nicht mehr zu verwenden, an die zuständigen Stellen weitergeben wird.

    Sonderpreis der Jury, Senioren-Rose

    Außerhalb der drei Kategorien Journalismus, Werbung und Bild beeindruckte die Jury im Jahr 2017 die Ausstellung „Die Kraft des Alters“, die noch bis vor kurzem im Belvedere zu sehen war. Dieser Sonderpreis gebührte Sabine Fellner, der Kuratorin der Ausstellung.

    Sabine Fellner nahm den Preis mit großer Freude entgegen und sie berichtete über ihre Intention die Ausstellung zusammenzustellen und zitierte in dem Zusammenhang Dieter Hildebrand der einmal sagte: "Im Prinzip ist das Altwerden bei uns erlaubt, aber es wird nicht gern gesehen."

    Im Anhang finden Sie die Präsentation der einzelnen Sujets.

    Einreichungen für 2018 werden bereits entgegen genommen!

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