„Die Praxis von Banken ist Raub an den Ersparnissen von Pensionisten und kleinen Pensionen", kritisiert der Konsumentensprecher des überparteilichen Österreichischen Seniorenrates Dr. Fritz Koppe. „Der Widerstand Österreichs Pensionistenverbände richtet sich gegen die Praktiken österreichischer Banken, die durch vermeidbare Verzögerungen in der Überweisung von Konto zu Konto Millionengewinne erzielen", sagt Koppe.
Nach Schätzungen des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) werden von Sparbüchern und privaten Konten jährlich etwa 930 Millionen Überweisungen getätigt, um damit Überweisungen von höheren Beträgen auf ein anderes Konto zu finanzieren.
Jeder Beobachter kann feststellen, dass eine Abbuchung nur Sekundenbruchteile beansprucht. Was dies bedeutet zeigte eine Berechnung des VKI: Die Gutschrift der erfolgten Überweisung wird erst Tage später durchgeführt. Der VKI hat angenommen dass bei einem Betrag von 100 EURO pro Überweisung und einem Zinsverlust von 2 Tagen bei einer Verzinsung von 3,80% rund 20 Millionen Euro den Kunden verloren gehen.
Wenn Kunden keine finanziellen Reserven am Konto haben, entsteht eine vorrübergehende Verschuldung, für die vom Bankkunden Überziehungszinsen zu bezahlen sind. Diese sind eine ungerechtfertigte zusätzliche Einnahme der Bank , die ja für das zwischendurch bei ihr „gelagerte" Geld ihrerseits Zinsen kassiert. Noch ärger: Wenn das Konto ins Minus gerät und dadurch Überziehungszinsen fällig werden (9,50%) bedeutet dies einen Verlust von nicht weniger als 49.083.333 EURO.
Die angeblich bedeutungslosen Zinsdifferenzen bedeuten, wie der VKI enthüllt, für die Banken insgesamt eine ungerechtfertigte Mehreinnahme.
Namens des Österreichischen Seniorenrates verlangt dessen Konsumentensprecher Dr. Fritz Koppe eine dramatische Beschleunigung bei der Abwicklung des Überweisungsverfahrens. Dies setzt keine zusätzlichen Investitionen der Banken voraus, sondern lediglich die Nutzung der schon heute bestehenden Möglichkeiten. Es darf in Zukunft nicht mehr sein, dass Banken ein „Körberlgeld" auf Kosten der rund 2 Millionen Pensionisten kassieren.
Wer nachrechnet, wird sich dem Widerstand der Seniorenkonsumenten anschließen.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenrat
Tel. 01/ 892 34 65